AUFBRUCH

Hamburger Kunst der 1920er und 30er Jahre

Deutsche Kunst aus der Zwischenkriegszeit war in den letzten Jahren Gegenstand von erneutem Interesse, und am häufigsten schenkt man Berlin und die Avantgarde der Metropole seine Aufmerksamkeit. Aber wann gelang der Durchbruch der neuen ideen und der Experimente in der Provinz. Und welche Parallelen können heute teils zu politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen und teils zu Fragen bezüglich Zentrum kontra Peripherie gezogen werden.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit Maike Bruhns, Sammlerin und Professorin für Kunstgeschichte. Seit den 1980ern hat Bruhns Hamburg-basierte Kunst der Zwischenkriegszeit erforscht. Sie hat Werke aufgestöbert, die man längst während des Nationalsozialismus verloren gegangen glaubte, und wenn jemand die Hamburger Szene rehabilitiert hat, dann sie. Heute gehören mehr als 3000 Werke zu ihrer Sammlung, und wir haben die Möglichkeit bekommen einen Teil davon auszustellen.

Wir haben uns dafür entschieden, den Schwerpunkt auf das erscheinen von neuen formellen und thematischen Ausdrücken der 1920er und 1930er mit Fangarmen bis in sowohl die 1910er und 1940er zu legen. So wird die Präsentation zwischen zwei alles überschattenden Tragödien ausgespannt. 1. Weltkrieg und Gomorrha-Aktionen im Jahre 1943, wo die alliierten Luftangriffe auf Hamburg in nur einer Woche 30.000 Menschen töteten und die Stadt in Ruinen legte.

Die Ausstellung präsentiert ausschließlich Werke von Künstlern aus Hamburg, die alle auf verschiedene Weise marginalisiert waren und als politisch inkorrekt betrachtet wurden. So werden auch aktuelle Verbindungen zu wichtigen Gesellschaftsfragen über Zensur und die Rechte der Minderheiten geschaffen. Und entsprechend unserem fortdauernden Fokus auf die Ausstellung als ein besonderes Medium werden intime Zusammentreffen von Werken geschaffen, die die allgemeinmenschlichen Themen quer durch Zeit und Kontext verstärken.