Projekbeskrivelse

Andere Dimensionen

24. September 2022 – 26. Februar 2023

Wie kann die Kunst die Wahrnehmung anderer Dimensionen als die Welt, die wir kennen, nähren? Kann Kunst sogar ein neugieriges Verhalten zu all dem, wovon wir nicht mit Sicherheit etwas wissen aber nur ahnen können, öffnen?

In der Ausstellung werden Werke einer langen Reihe von tonangebenden Künstlern wie z.B. Jeppe Hein, Stine Deja, Balder Olrik, Sofie Bird Møller, Ferdinand Ahm Krag, Asger Jorn und Rui Chafes gesammelt und inszeniert. Die im Ausgangspunkt weit verschiedenen Werke werden in einem räumlichen Flow mit einer dunkel, fast theatralischen Lichtsetzung installiert, die direkt in das Wahrnehmungsapparat geht und das Erlebnis soeben in eine andere Dimension hineinzutreten verstärkt.

In Ferdinand Ahm Krags Bilduniversum wird man beispielsweise auf eine Reise gesendet, wo man ständig zwischen einer Mikro- und einer Makrowelt zu betrachten – zwischen in sich hinein und in die Welt hinaus zu schauen, wechselt. Es ist schwierig ein feste Betrachtungsposition zu finden, von wo aus ein Überblick etabliert werden kann. In seinen Werken werden verschiedene Perspektive gemischt, so dass das, was im ersten Moment als ein entfernter Himmelskörper erscheint, im nächsten ein Blick auf fremde und sonst unsichtbare Präparate in einer vergrößerten Petrischale ist.

Es ist unmittelbar leicht sich zu Jeppe Heins Himmelskörper, das Kugelförmige Neonwerk No Presence, zu verhalten, da es sich mit seiner leuchtenden Farbintensität in dem Maße auf unsere Aufmerksamkeit beruft. Aber, wie es für Hein charakteristisch ist, spielt der Betrachter im Werk eine zentrale Rolle , und so bald man sich nähert, geht das Licht aus. Mit dieser absurden und unverständlichen Abweisung wird auf unser Begehren nach einem Finden des Sinnes gezeigt – und darauf, wie plötzliche Öffnungen zu einem Verständnis der Weltphänomene sich schnell wieder schließen können.

Ein ähnliches Gefühl entsteht im Treffen mit den fotografischen Werken von Balder Olrik. Sie schildern unmittelbar wiedererkennbare, aber menschenleere Orte. Was besonders ins Auge fällt sind jedoch monochrome, graumelierte Farbfelder, die in die Bildfläche eingefügt wurden. Wie tote Punkte mit niedrigem Informationsniveau saugen sie die Energie an sich, aktivieren aber gleichzeitig unser Vorstellungsvermögen, denn vielleicht verstecken sie etwas, oder auch nicht…

So tragen alle Werke in der Ausstellung zu einem Gefühl bei, dass etwas da ist, was sich unserem endlichen Verständnis entzieht. Und damit werden wir dazu aufgefordert, uns zu dem, was sich sonst der vollen Erkenntnis entgeht, zu verhalten.

Mit der Ausstellung benutzen wir gleichzeitig die Gelegenheit andere Dimensionen der angesehenen Sammlung des Museums zu zeigen, u.A. Neuerwerbungen, die noch nie zuvor gezeigt wurden.